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Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und stieg die Treppen hinauf.
Das große Schulgebäude kam immer näher.
Wie sie es doch hasste.
Ihr Herz schlug noch immer sehr schnell vom vielen Laufen.
Sie hatte verschlafen und musste sich innerhalb von 10 Minuten für die Schule fertig machen. Wie gerne wäre sie doch einfach im Bett liegen geblieben.
Weiter geträumt in ihrer eigens erschaffenen Welt.
Dort wo man sich wohl fühlen konnte…
Aber sie musste ja wieder immer wieder an diesen Ort zurückkehren.
So stieg sie also die letzten Stufen des Gebäudes empor bis sie an die dicke Holztüre stieß.
Einmal atmete sie noch tief ein, dann öffnete sie schweren Herzens die Türe, indem sie ihr ganzes Gewicht gegen die schwere Wand aus Holz stemmte, und der Blick auf einen langen, kahlen und ausgestorbenen Flur frei wurde.
Viele kleinere Türen säumten den gesamten Flur und am Ende erkannte man eine große massige Treppe.
Aus jedem der vielen Räume die sich hinter den Türen befanden vernahm man lautes Lachen und Gemurmel.
Zielstrebig steuerte das Mädchen auf die Türe links von ihr zu und drückte die eiskalte Klinge aus Stahl runter.
Wildes Herzklopfen.
Das war das Gefühl was sie jedes Mal empfand wenn sie diesen Klassenraum betrat.
Nicht etwa wegen freudigem Erwarten der Klasse…nein es war einfach Angst.
Vor ihr standen Tischreihen voller Schüler - ganze vier Stück die den ganzen Klassenraum einnahmen.
Nur am Ende befand sich eine grau-grüne Tafel und ein davor platzierter, großer Tisch für den unterrichtenden Lehrer.
Es war noch kein Lehrer erschienen. Erleichtert stieß das Mädchen die eingeatmete Luft wieder aus.
An den Wänden befanden sich 3 große Magnetscheiben mit Bildern der Klasse, die im Kunstunterricht gemalt wurden. Ihres hing dort auch. Irgendwo.
Sie konnte es nicht erkennen, vielleicht wurde es wieder von den anderen versteckt oder gar kaputt gemacht.
Egal , das war ja eines der geringeren Probleme.
Ihr Eintreffen blieb schließlich nicht unbemerkt.
Viele Köpfe drehten sich zu ihr um.
In 3 Gruppen hatte sich die Klasse an verschiedenen Bereichen des Klassenraumes verteilt.
Und alle starrten sie an.
Bitte werde nicht rot, dachte das Mädchen.
Langsam ging sie auf ihren Platz in der letzten Reihe zu, doch ehe sie sich setzten konnte spürte sie einen Fuß der ihr in den Weg gestellt wurde. Mit einem lauten „Rums“ lag sie auf dem Boden. Sie hätte damit rechnen sollen. Verdammt. Lautes Lachen füllte plötzlich den Raum. „Schon wieder“, rief eine Stimme. Wieder Lachen. Das Mädchen stand wieder auf und setzte sich auf ihren Platz als wäre nichts gewesen. Unbeirrt nahm sie ihren Rucksack vom Rücken und stelle ihn neben ihren Stuhl. Sie bückte sich um die anderen nicht ansehen zu müssen und suchte nach ihren Deutschsachen. Mit den Haaren tief im Gesicht legte sie ihre Hefte auf den Tisch und suchte danach den Blick nach draußen. Genau neben ihrem Tisch waren die großen Fenster angebracht. Man sah durch sie den Schulhof und einen kleinen Fluss der an der Seite herlief.
Die Fensterscheiben waren beschlagen und draußen lag eine dünne Frostschicht auf den Steinen des Platzes. Sie betete im Inneren das die anderen ihren eigenen Dingen weiter
nachgingen und sie nun in Ruhe ließen. Aber es war klar. Sie wollten ihren Spaß wie immer. „Und wie geht’s uns denn heute?
Siehst ja ganz schön mitgenommen aus.
Sollte das da etwa so was wie einen stylischen Schal darstellen?“
Das Mädchen spürte wie jemand an ihrem liebsten Schal zog und ihn schließlich ganz wegnahm. Sie wandte sich um und sah in das Gesicht der Klassensprecherin, Anita, welche so wohl die gemeinste und dominanteste der gesamten Klasse war. Das war der Schal den ihre Oma ihr gestrickt hatte. Sie mochte ihn sehr gerne. Sie wollte nicht, dass sie ihn auch noch kaputt machten.
„Bitte…“, sagte sie schwach.
„Ah doch nicht die Stimme verloren, was? Ahja ich will ja nicht so sein. Ich geb ihn dir ja wieder. Aber zuerst muss ich mir den doch mal genauer ansehn. Ist der selbst gemacht?“ „Ja…“, brachte das Mädchen leise hervor.
„Aha dacht ich mir, sieht auch so bescheuert unfertig aus. Naja mal schaun wie stabil er ist…“
Das dominate Mädchen zog uns zerrte an dem Schal.
Wut durchströmte das eingeschüchterte Mädchen. Sie stand von ihrem Platz auf und zog an ihrem Schal um ihn wieder zurück zu gewinnen. Doch natürlich wollte die Klassensprecherin nicht nachgeben und so zogen sie weiter an dem Stück Stoff, bis plötzlich die Klassentür aufging und ihre Deutschlehrerin im Rahmen stand.
„Was soll das? Anita lass den Schal sofort los! Alle auf ihre Plätze! Sofort!“
Anita sah dem Mädchen heimtückisch in die Augen und flüsterte:
„Noch Mal Glück gehabt…wir sehen uns in der Pause.“
Zitternd setzte sich das Mädchen. Sie sagte den ganzen Unterricht keinen Ton und als die Glocke klingelte hatte sie schon alles zusammengepackt und rannte raus auf den Schulhof.
Sie rannte durch die dicke Holztüre und an der Seite in einen Tunnel, indem alle Fahrräder standen, weiter hindurch bis sie auf den Hof angelangt war. Weiter geradeaus hinter die Sporthalle, dort wo auch der Fluss entlang lief. Hier war sie sicher. Nach und nach füllte sich der Schulhof und all diejenigen die rauchten, aber nicht erwischt werden wollten versammelten sich genau dort, wo nun das Mädchen stand. Kaum jemand ging hier hin, denn der Ort war eher versteckt. Es gab einen einzigen Jungen in der Klasse des Mädchens welcher oft hier war. Auch er rauchte. Dabei war er noch so jung. Auch diese Pause kam er. Ruhig setzte er sich zu dem Mädchen.
„Hey. Alles klar mit dem Schal?“ „Ja so halbwegs…“
„Willst ne Kippe?“
„Nein danke.“ „Immer noch nicht? Na gut.“
Schweigend saßen sie die ganze Pause so da. Und das jeden Tag. Nur ab und zu sprachen sie. Das Mädchen mochte ihn. Sehr sogar, Sie wurde immer ganz nervös wenn er in der Nähe war. Er war der einzige der sie nicht hänselte.
Doch auch dies sollte sich an diesem Tag ändern…

 

 

 

 

Als sie alle zur letzten Stunde in den Klassenraum gingen stellte das Mädchen fest,
dass sie ihr Tagebuch verloren hatte. Sie trug es immer bei sich. Es war ihr Schatz. Ihr Geheimnis. Doch nun war es weg!
Panik machte sich in ihr breit. Wer hatte es geklaut? Mit suchendem Blick streifte sie die Schüler die alle auf ihren Stühlen Platz nahmen.
Da sah sie es.
Er, der einzige nette, er hatte es in der Hand und las.
Seelenruhig saß er da. Das blieb nicht lange unbemerkt.
Anita und ihre Gruppe gingen auf ihn zu und fragten was er da lese.

Locker gab er es ihnen in die Hand und grinste schief.

„Ist sehr aufschlussreich. Les selbst. Wusstest du das du eine dicke fette Karotte mit Sommersprossen bist?“
„Was? Was erlaubst du…?“, fing Anita an.
„Nein, nein, nicht ich. Das steht alles hier drin. Es gehört der da.“
Er zeigte auf das Mädchen was starr vor Schreck an ihrem Platz stand. Tränen schossen in ihre Augen. Es war das privateste, das wichtigste für sie.
Und er.
Ausgerechnet er hatte es geklaut.
Lange stand sie wie vom Donner gerührt da. Sie wusste es ergab keinen Sinn nun dort hinzulaufen und zu versuchen es den anderen wegzuschnappen.
Sie war eh zu schwach.
Die ganze Klasse versammelte sich um das Buch und alle lasen nun mit.
Nach einer Zeit hatten sie wohl genug denn sie blickten das Mädchen an und lachten.
Lachten so laut sie konnten.
„Das denkst du also über uns? Meine Güte.“ ,sagte irgendjemand.
Das Lachen hörte nicht mehr auf.
Doch Anita guckte als einzige ernst.
„Was fällt dir ein so über mich zu reden. Das wird dir noch Leid tun.“
Wütend starrte sie das Mädchen an. Sie schnappe sich das Buch und riss einzelne Seiten daraus.
Das Lachen erstarb.
Als Anita genug mit dem zerreisen hatte schmiss sie das Buch zu dem Platz an dem das Mädchen stand.
Sie bückte sich hob es auf und rannte aus dem Raum. Sie rannte vom Schulhof.
Rannte weg.
Weg.
Einfach weg.
Egal wohin.
Tränen schossen ihr in die Augen.
Ihr Herz schmerzte so stark.
So stark das sie es kaum aushielt.
Wieso?
Warum sie?
Warum immer sie?

 

 

 




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